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Läufer- und Springerknie – Was steckt dahinter?

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22
September
2021

Das Läuferknie bzw. Runners knee, sowie das Springerknie bzw. Jumpers knee sind Begriffe, welche heutzutage eine grosse Bekanntheit geniessen. Viele von uns haben bereits einmal in ihrem Leben an Knieschmerzen gelitten oder leiden momentan noch darunter. Vielleicht hat ihre Ärztin oder ihr Arzt ihnen diese Diagnosegestellt. Doch was für Beschwerdebilder stecken jedoch hinter diesen zwei Begriffen? Und was kann ich dagegen tun? Genau um dieses Thema dreht sich dieser Beitrag.

Was steckt hinter den Begriffen Runners- und Jumpers knee?

Beide Begriffe gehören in die Kategorie des patellofemoralen Schmerzsyndroms. Das heisst, sie beschreiben Schmerzen, welche sich an der Vorderseite des Knies bemerkbar machen. Diese Beschwerden treten oft während der Aktivität auf und verschwinden nach einer längeren Pause wieder. Falls die Schmerzen länger ignoriert wurden, können im Extremfall auch bereits Ruheschmerzen auftreten. Beide Beschwerdebilder sind Folgen einer Sehnenüberbelastung, die meist über einen längeren Zeitraum repetitiv stattgefunden hat. Der Unterschied der beiden Begriffen resultiert vor allem vom Ort der Schmerzen am Knie.

Runners knee oder auch Läuferknie

Das Läuferknie beschreibt eine Überbelastung des Iliotibialbandes (Iliotibialband Syndrom), dass sich von der Hüfte bis zum Knie an der Aussenseite des Oberschenkels hinab zieht. Die Schmerzen sind durch Tasten an der Aussenseite des Knies auslösbar. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, die Beschwerden treten oft beim Rennen oder beim Runtersteigen von Treppen auf. Häufig wird als Ursache eine schwache Hüftmuskulatur angegeben, dies ist jedoch bis heute nicht eindeutig bestätigt worden. Doch klar ist, dass das Training der Hüftmuskulatur, vor allem die Hüftabduktoren, den Heilungsverlauf positiv beeinflussen können, dies auf Grund des oben beschriebenen Verlaufs des Iliotibialbandes. Die Aktivierung der Hüftmuskulatur und Gesässmuskulatur hat einen positiven Einfluss auf das Iliotibialband und somit auch auf das Läuferknie. Neben der Kräftigung der Hüftmuskulatur, ist auch das richtige Load Management, als die individuelle Anpassung der Belastbarkeit des Knies ganz wichtig. Wichtig ist es beim Load Management die betroffene Struktur an die Grenze zu bringen, jedoch nicht zu über- oder unterbelasten. Hier hilft es, den schmerzauslösenden Mechanismus zu analysieren und Anpassungen zum Beispiel beim Laufstil oder der Laufdistanz vorzunehmen. Zu diesem spezifischen Training ist ein allgemeines Training zur Kräftigung der Beinmuskulatur oft hilfreich.

Ein Übungsbeispiel zur Behandlung eines Läuferknies ist, die Abduktion des Beines mit Hilfe eines Minibands zu trainieren. Dafür platzierst du das Miniband oberhalb der Kniescheibe und verlagerst dein Gewicht auf ein Bein. Das Standbein bleibt fix am Boden, mit dem Spielbein führst du eine Kickbewegung seitlich nach hinten aus. Achte darauf, dass dein Oberkörper dabei möglichst ruhig bleibt.

Bild 1: Ausgangsstellung Abduktion mit Miniband
Bild 2: Endstellung Abduktion mit Miniband

Jumpersknee oder auch Springerknie

Das Springerknie beschreibt eine Überbelastung der Patellarsehne, diese Sehne verbindet unsere Kniescheibe mit dem Unterschenkel. Deshalb sind die Schmerzen oft direkt unter der Kniescheibe lokalisierbar. Falls die Schmerzen auch oberhalb der Kniescheibe lokalisierbar sind, ist oft nicht nur eine Sehnenentzündung die Hauptursache. Das Jumpers knee betrifft oft junge Sportler im Alter zwischen 15 – 30 Jahren. Vermehrt tritt es, wie es bereits der Name sagt, bei Sprungsportlern (Bsp. Basketball oder Volleyball) und bei Sportarten, welche schnelle stop and go Bewegungen haben (Bsp. Tennis). Wie bei dem Läuferknie spielt das Load Management bei der Behandlung des Springerknie eine wichtige Rolle. Das heisst, dass auch hier eine individuelle Anpassung der Kniebelastbarkeit stattfinden muss.

Ein Übungsbeispiel zur Behandlung von einem Springerknie, ist die Ausführung einer Kniebeuge: nimm dir vier Sekunden Zeit, um dich nach unten zu bewegen und auch vier Sekunden, um wieder nach oben zukommen. Ziel ist es nun, diese Ausführung achtmal nacheinander ohne Pause ausführen zu können. Bei dieser Ausführung steht die Oberschenkelmuskulatur permanent unter Spannung, nach den acht Wiederholungen darfst du mindestens zwei Minuten Pause machen. Idealerweise kannst du diese Übung dreimal nacheinander ausführen. So erreichst du eine optimale Belastung der Oberschenkelmuskulatur, sowie der Patellarsehne. Wenn du mehr Informationen zum Verlauf und der Therapie bei Sehnenverletzungen wissen möchtest, darfst du das gerne unseren Blogbeitrag «Warum ist eine Sehnenentzündung so schmerzhaft?» nachlesen.

Fazit

Die beiden Beschwerdebildern Läufer- und Springerkniegehören untergeordnet zu der Kategorie des patellofemoralen Schmerzsyndroms. Beide Bilder entstehen auf Grund einer Überbelastung (Bsp. langes Bergabgehen),welche bis zu einer Sehnenentzündung führen kann. Beim Läuferknie ist die Aussenseite des Knies betroffen und bei Springerknie sind die Schmerzen direkt unterhalb der Kniescheibe lokalisierbar. Das wichtigste bei der Behandlung ist das Load Management, das heisst, die individuelle Anpassung der Kniebelastbarkeit. Ziel ist es dabei, die betroffene Struktur optimal zu belasten und an die Grenzen zu bringen, sie aber dabei nicht zu über- oder unterlasten. Mit diesem Verfahren kann auch das weitere Verletzungsrisikogesenkt werden. Oft wird die Therapie mit einem allgemeine Krafttraining der Beinmuskulatur ergänzt.

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